Professeur de Cuisine

Preisträger

Preisträger 2017

Erstmals wird der ECKART außerhalb Deutschlands verliehen und geht auf Tour um die Welt. Die Verleihung des ECKART 2017 findet in Paris statt, nächste Station ist New York City.

GROSSE KOCH-KUNST
Alain Ducasse

„Alain Ducasse steht für eine Küchenphilosophie, die der meinen sehr ähnlich ist. Kochen ist für ihn zunächst Handwerk, das Produkt steht im Vordergrund und Starallüren haben in der Küche nichts verloren“, begründet Eckart Witzigmann die Entscheidung der Jury.

Alain Ducasse steht wie kein zweiter für die Erneuerung der Haute Cuisine. Er stellt das Produkt in radikaler Weise in den Mittelpunkt und hat als erster ein rein vegetarisches Menü auf Drei-Sterne-Niveau kreiert und durchgesetzt. Er denkt weit über den Teller hinaus. Das Essen ist für ihn ein elementares Bedürfnis, das für ihn den Rang eines Bürgerrechtes hat.

Als einziger Koch hält Alain Ducasse dreimal die höchste Auszeichnung von drei Michelin-Sternen für drei unterschiedliche Restaurants: das „Le Louis XV“ in Monte Carlo, das „Le Plaza Athénée“ in Paris und das „Alain Ducasse at the Essex House“ in New York City.

Früh begann er – ähnlich zur Abwandlung von Haute Couture zu Prêt-à-porter – Bistros mit seinem Namen, allerdings ohne den Aufwand eines Sterne-Restaurants, zu eröffnen. Seine Küchenphilosophie macht Ducasse so einem breiten Publikum bekannt. Heute betreibt er 26 Restaurants weltweit.

 

 

INNOVATION
María Marte,** El Club Allard, Madrid

 

Die internationale Jury rund um Jahrhundertkoch Eckart Witzigmann ehrt damit den außergewöhnlichen Werdegang einer Tellerwäscherin zur sterneprämierten Köchin und eine Managerin mit dem Mut, sie von Anfang an zu fördern.

Die Küche von María Marte steht für ein innovatives Konzept, das moderne Methoden und karibische Elemente zu einer faszinierenden Fusion aus mediterraner und lateinamerikanischer Küche kombiniert. Ausgezeichnete Geschmackskombinationen, die stets originell serviert werden, sind ihr Markenzeichen. Gemeinsam mit ihrer Förderin, der Geschäftsführerin des „El Club Allard“, Luisa Orlando, verwirklicht Marte ihren Traum einer aufregenden, jungen Küche und hoch präziser Restaurantkultur.

Die in der Dominikanischen Republik geborene María Marte und die Spanierin Luisa Orlando verbindet eine einzigartige Geschichte. 2003 kam Marte als Einwanderin nach Spanien und arbeitete dort im „El Club Allard“ als Putzhilfe und Tellerwäscherin. Von Anfang an will sie Köchin werden und erkämpft sich vielen Widrigkeiten und Vorurteilen zum Trotz einen Platz als Aushilfe in der Küche. Bereits 2006 wurde sie die rechte Hand des damaligen Küchenchefs Diego Guerrero, der 2007 einen und 2011 zwei Michelin-Sterne für das Restaurant errang. Als Guerrero 2013 das Restaurant überraschend verließ, entschloss sich Geschäftsführerin Orlando zu einem mutigen und einzigartigen Schritt: Die einstige Tellerwäscherin María Marte wird, entgegen aller Zweifel, Chefköchin. Der Erfolg gibt beiden recht: Seit 2014 bis heute konnten Marte und Orlando die zwei Michelin-Sterne für das „El Club Allard“ verteidigen. Marte ist damit der einzige weibliche Koch aus Lateinamerika mit zwei Michelin-Sternen.

„Eine märchenhafte Geschichte und doch viel mehr als das: Beide Damen beweisen uns, dass Innovation und Qualität sich immer durchsetzen werden. Für ihren Mut und ihren unbeugsamen Willen, mit dem sie ihre Ziele verfolgen, ehren wir María Marte und Luisa Orlando mit dem ECKART 2017“, erklärt Namenspatron Eckart Witzigmann die Entscheidung der Jury. 

 

Kreative Verantwortung
Tiffany Persons

 

2006 reiste die bekannte Marketing- und Musikvideo-Regisseurin Tiffany Persons nach Sierra Leone, um dort erstmals einen Dokumentarfilm zu drehen. Drei Monate lang lebte sie im ländlichen Diamantenbergdorf Kono und war Zeuge der äußerst schwierigen Lebens- und Arbeitsbedingungen der Gemeinde. Beeindruckt vom Enthusiasmus und Frohsinn der Menschen trotz widrigster Lebensumstände gründete Persons 2007 Shine On Sierra Leone (SOSL), um Geld für den Bau dringend benötigter Schulen zu sammeln. Seitdem ist die Organisation stetig gewachsen: Heute ist SOSL eine gemeinnützige Organisation, die sich für die Verbreitung von Bildung, Gesundheitsversorgung, Mikrofinanzierung und regionale Kultur sowie für nachhaltiges Bauen und landwirtschaftliche Programme für die Gemeinden von Sierra Leone und seine Menschen engagiert. 

 

 

LEBENSKULTUR
Christine & Michel Guérard

 

Der Name Guérard steht als Synonym für die Nouvelle Cuisine. 1974 eröffnete Michel Guérard zusammen mit seiner Ehefrau Christine das Hotel mit Restaurant „Les Prés d'Eugénie“ im Kurort Eugénie-les-Bains. Viele Gäste des Kurorts wollten aktiv abnehmen und Guérard begann daraufhin zu beobachten, wie und was sie aßen. Schnell erkannte er, dass Diätgerichte nur auf ihren Nutzen hin optimiert waren, ohne Rücksicht auf den Gaumen ihrer Esser. Guérard verschmolz daher seine Ideen einer gesunden Küche mit klassischen, französischen Gerichten. Dabei wollte er seine Rezepte nicht nur an der Reduktion von Kalorien, Zucker und Fett ausrichten, sondern auch den Genuss in den Fokus stellen. „Michel Guérard steht für einen Ansatz in der Kulinarik, der inzwischen schon fast selbstverständlich ist, damals zum Zeitpunkt seines Entstehens jedoch revolutionär war“, erläutert Eckart Witzigmann, Jahrhundertkoch und Namenspatron des ECKART, die Entscheidung der Jury. „Umso wichtiger ist sein Einsatz für die verantwortungsbewusste Gastronomie und die Modernisierung der Küche.“

Dankesrede Michel Guérard>>

Preisträger 2016

GROSSE KOCH-KUNST
Andreas Caminada,***Fürstenau

 

 

Mit 33 Jahren wurde Andreas Caminada jüngsten Drei-Sterne-Koch der Schweiz. Seit 2010 hält er mit seinem Restaurant in Schloss Schauenstein in Fürstenau dieses Niveau. Der Graubündener Spitzenkoch arbeitet mit dem ursprünglichen Geschmack der saisonalen Alpenprodukte. Durch unerwartete Kombinationen und Darreichungsformen fügen sich alle Bestandteile am Ende zu einem kulinarischen Ganzen. Seine Stiftung „Fundaziun Uccelin“ (rätoromanisch „Vögelchen“) fördert seit 2016 talentierte in- und ausländische Koch- und Servicekräfte, um die Qualität der Schweizer Spitzengastronomie langfristig zu sichern

INNOVATION
Dominique Crenn, ** San Francisco 

 

Dominique Crenn vereint Kreativität mit großem handwerklichen Können und einer innigen Liebe zu Präzision. Sie ist davon überzeugt, dass Essen die Menschen in der gleichen Weise berühren kann, wie ein Gedicht, ein Lied oder ein Gemälde. Die Speisekarte ist ein Gedicht, die einzelnen Speisen verbergen sich hinter Zeilen wie: „Spaziergang im Wald“, „Die trägen Bewegungen dieser Geschöpfe“ oder „Ich berühre die Erde und spiele“. Ihr „Atelier Crenn“ bescherte ihr als erster Küchenchefin Amerikas 2012 zwei Michelin-Sterne. 2016 wurde Dominique Crenn von „World’s 50 Best Restaurants“ zum „Weltbesten weiblichen Küchenchef“ ernannt.

 

LEBENSKULTUR
Viktualienmarkt München

 

Mit über 110 Händlern für Lebensmittel, Feinkost und Blumen ist der Viktualienmarkt ein Aushängeschild Münchens. Eckart Witzigmann: „Für mich war der Viktualienmarkt immer ein Ort der Inspiration. Hier findet man Zeit für ein anregendes Gespräch. Grundlage für eine gute Küche sind Spitzenprodukte und diese bekommt man vor allem hier am Viktualienmarkt.“ Stellvertretend für den ganzen Markt nehmen Elke Fett, mit ihrem Stand für Trockenblumen, „Duftschmankerl“, Manuela Wilkerson von „Teltschiks Wurststand“ und Marina Bröckelt von „Marinas Feinkost“ den Preis entgegen. Elke Fett: „Dass sich die internationale Sterne-Küche so um das Regionale und Lokale bemüht, freut uns besonders. Wir sind stolz auf unsere Arbeit und unsere Herkunft.“

KREATIVE VERANTWORTUNG UND GENUSS
(von der BMW Group mit 10.000 € dotiert)
Sebastian Copeland, Los Angeles 

 

Sebastian Copeland ist Polarforscher, Umweltaktivist, Abenteurer und ein vielfach ausgezeichneter Fotograf. Er hält Vorträge vor den Vereinten Nationen und dem World Affairs Council, veröffentlicht Bücher und Filme und warnt anschaulich vor den Folgen des Klimawandels – in den Polregionen und auf der ganzen Welt. Im Februar 2017 bricht er mit Skiern vom kanadischen Festland zum Nordpol auf. Das ist die wahrscheinlich letzte Expedition über das Eis, denn in den vergangenen 30 Jahren hat sich die Eisdecke der Arktis mehr als halbiert, was eine Überquerung in Zukunft unmöglich macht.

 

EHREN-ECKART
Julia und Tobias Moretti, Ranggen

 

 

Der Schauspieler Tobias Morretti und seine Frau Julia leben auf einem 400 Jahre alten Bergbauernhof mit 35 Hektar in Tirol. Das Ehepaar setzt sich aktiv für regionale Wertschöpfung, eine nachhaltige Steigerung des allgemeinen Qualitätsbewusstseins und die Wahrung der Artenvielfalt ein. Unter anderem züchten die Morettis die älteste Rinderrasse Tirols „Tux-Zillertaler“ für eine eigene Vermarktungslinie. „Dieser Preis ist eine Ehre für uns, vor allem aber ein Auftrag, unseren Weg weiter zu gehen“, so Julia Moretti. Ihr Ehemann Tobias sagt über die Zukunft der alpinen Landwirtschaft: „Es hat uns sehr geärgert, dass einerseits Ursprünglichkeit und Natürlichkeit Modewörter der modernen Gesellschaft geworden sind, man andererseits von dieser Art der Landwirtschaft bisher nicht überleben konnte. Wir wollten einen Gegenentwurf zeigen und ich denke, dass haben wir geschafft.“

Preisträger 2015

INNOVATION
Massimo Bottura, ***Humanist am Herd

 

 

Massimo  Bottura, in Modena geboren, eröffnet 1987 in seiner Geburtsstadt die „Trattoria del Campazzo“, mit der er auch die Aufmerksamkeit von Alain Ducasse auf sich zieht, bevor er 1992 nach New York geht. Dort lernt er seine spätere Ehefrau, die Kuratorin Lara Gilmore kennen. Sie gilt, neben der französischen Hochküche, als größter Einfluss für Botturas Kochkunst.

„Massimo Bottura erzählt Geschichten. Er sieht Bilder, hat einen bestimmten Geruch im Sinn, einen speziellen Geschmack oder er erinnert sich an eine Szene, während andere Spitzenköche eine Philosophie haben oder an ein System glauben“, schreibt die Jury des ECKART in ihrer Begründung. 1995 eröffnet Bottura in Modena die „Osteria La Francescana“, für die er 2002 den ersten, 2005 den zweiten Michelin-Stern erhält.

 Tradition, moderne Kunst und höchste Qualität inspirieren ihn zu seinen kreativen und innovativen Gerichten. Die Jury: „Bottura pflegt eine zutiefst humanistische Küche auf höchstem Niveau. Sie kennt und schätzt die Tradition und verwandelt sie mit modernsten Methoden in ein poetisches Erlebnis, das alle Sinne berührt. Niemand verfolgt dieses Konzept so konsequent wie er.“ 2011 wird die Osteria Francescana mit dem dritten Michelin-Stern ausgezeichnet. Für eine Küche, die Bodenständigkeit und Avantgarde verbindet und mit Poesie, Kreativität und Witz die Küche der Emilia-Romagna auf allerhöchstem Niveau modernisiert.

GROSSE KOCH-KUNST
Michel  Troigros:*** Die magische Gabe

 

 

Familie Troigros prägte und prägt die große Küche wie kaum jemand auf der Welt. Sie besitzt die magische Gabe Tradition von Generation zu Generation weiterzugeben, indem sie das Feuer schürt und nicht die Asche bewahrt.

Die Brüder Jean (geb. 1926) und Pierre Troisgros (geb. 1928), die beide in den besten Häusern von Paris gelernt hatten, machten das von ihren Eltern 1930 in Roanne eröffnete „Hotel Moderne“ als „Les Frères Troigros“ bekannt. 1955 wurde das Restaurant mit dem ersten, 1965 mit dem zweiten Michelin-Stern ausgezeichnet. Die Brüder Troigros gelten als führende Köpfe der „Nouvelle Cuisine“. Die Höchstbewertung mit drei Michelin-Sternen hält das Restaurant ununterbrochen seit dem Jahr 1968. Verankert in der Region pflegt die Familie eine moderne, saisonale und weltläufige Küche jenseits aller kurzlebigen Moden.

Pierres Troigros‘ Sohn Michel (geb. 1958) bereiste nach seiner Ausbildung in Grenoble mit seiner Frau Marie-Pierre die (kulinarische) Welt, bevor er nach Roanne zurückkehrte und neben seinem Onkel Jean am Herd stand, der 1983 verstarb. Seit dem Ruhestand seines Vaters Pierre im Jahr 1993, betreibt Michel das Haus der Familie zusammen mit seiner Frau. Sein Bruder Claude (geb. 1956) führt das Restaurant Troigros in Rio de Janeiro sowie weitere Unternehmen in den USA. Schwester Anne-Marie leitet das Restaurant Gravelier in Bordeaux. Die Kinder von Michel und Marie-Pierre Troigros, Marion (geb. 1983), César (geb. 1986) und Léo (geb. 1993), die vierte Generation absolviert derzeit ihre Ausbildung.

„Kompromisslos in der Qualität, innovativ in den Methoden und mit hohem Respekt vor dem Gast, vereint die Familie Troigros Fähigkeiten und Tugenden, die in dieser Verbindung einzigartig sind“, erklärt die Jury des ECKART.

LEBENSKULTUR
Säulen den neuen deutschen Gastronomie

 

 

Gastfreundschaft, Kochkunst und Weinkultur sind die Säulen, auf denen die deutsche Gastronomie der Gegenwart ruht. Der Preis geht deshalb stellvertretend an Ulrike Thieltges, Melanie Wagner und Klaus Erfort, die alle die besten Tugenden der neuen deutschen Gastronomie verkörpern.

Ulrike Thieltges: Seele der Gastfreundschaft

Herzliche Gastlichkeit mit höchstem Fingerspitzengefühl – so kann man das Wirken von Ulrike Thieltges beschreiben. Gemeinsam mit ihrem Mann Helmut hat sie das Waldhotel Sonnora in der Eifel zu einem Hort höchsten Genusses gemacht, das seit 1999 mit drei Michelin-Sternen ausgezeichnet ist. Sie ist noch mehr als eine kongeniale Gastgeberin, sie ist die Seele Hauses. Der Begriff Gastfreundschaft wird bei Ulrike Thieltges auf überragende Art und Weise zur Realität. Die besondere Lage des Hauses in der Eifeler Natur, die Gastfreundschaft und die Kochkunst verschaffen den Gästen ein großartiges Erlebnis, das in Erinnerung bleibt.

Klaus Erfort: ***Wahrheit auf dem Teller

Mit großer Leidenschaft verbindet Klaus Erfort (geb. 1972) traditionelle und moderne Elemente in perfekter Balance. Sein Gästehaus Erfort (Saarbrücken), das er im Jahr 2002 eröffnete wurde im Jahr 2008 mit dem dritten Michelstern ausgezeichnet, zugleich kürte ihn der Restaurant-Guide Gault & Millau zum Koch des Jahres. „Die Wahrheit liegt auf dem Teller“, sagt Erfort, der für eine moderne, puristische Küche steht, die die Tradition weiter entwickelt und so ein Genusserlebnis von höchster Eleganz erzeugt.

Melanie Wagner: Anwältin der Weinkultur

Die professionelle Kompetenz von Melanie Wagner sucht ihresgleichen. Die Gastronomentochter absolvierte am Kaiserstuhl eine Winzerlehre, nach der sie in das Restaurant Schwarzer Adler zu Franz Keller ging – als Assistentin des Sommeliers. Seit 2005 berät Melanie Wagner als Chefsommelìere nicht nur Weinfreunde aus aller Welt bei der Wahl aus der legendären Weinkarte des Hauses, sondern sie verblüfft ihre Gäste oftmals mit Vorschlägen, die den kulinarischen Horizont erweitern. Dieses Wissen und ihre Fähigkeit, es ebenso charmant wie unaufgeregt zu vermitteln, machen Melanie Wagner zu einer höchst aufregenden wie anregenden Anwältin einer modernen Weinkultur.

KREATIVE VERANTWORTUNG UND GENUSS
Claus Meyer: Armut mit Genuss bekämpfen

 

 

„Gutes Essen soll man teilen“ – das ist das Credo von Claus Meyer. Diesem Grundsatz folgend verändert Meyer die kulinarische Welt.

Der Mitbegründer des „noma“ in Kopenhagen wächst in einer Familie auf, in der Essen preiswert und schnell zu sein hat. „Mit 15 Jahren wog ich bereits 98 Kilo“ erinnert er sich. Eine völlig neue Einstellung zu Genuss, Ernährung, ja zum Leben insgesamt findet er als Teenager in Frankreich, bei einem Bäcker und Traiteur, der zu seinem zweiten Vater wird.

Mit 20 Jahren kehrt Meyer zurück nach Kopenhagen, mit keinem geringeren Ziel, als die Essenskultur in Dänemark zu verändern. Er studiert an der renommierten Kopenhagen Business-School, wo er inzwischen Professor ist, und gründet im Lauf der Jahre mehr als ein Dutzend Unternehmen wie Restaurants und Feinkostmanufakturen. Er engagiert sich zudem für bessere Verpflegung in Schulen und tritt als Fernsehkoch auf. Über 500 Mitarbeiter beschäftigt er im Jahr 2002.

Im Jahr 2003 eröffnet mit Küchenchef Réne Redzepi und weiteren Teilhabern das Restaurant noma – die Geburtsstunde der Nordic Cuisine. Neben einem Versuchslabor für eine neue, radikale Regionalküche ist das noma für Meyer eine Plattform für soziales Engagement. Die Mission: Das Ernährungsverständnis der Bevölkerung zu verändern.

Dieser Mission folgt Meyer auch mit weiteren Projekten. Allen voran mit seiner Stiftung „Melting Pot“, die Menschen hilft sich in der Gastronomie selbstständig zu machen und so Armut mit Genuss bekämpft. „Ob Dänemark, Bolivien oder demnächst die USA – Claus Meyer verbindet Verantwortung, Kreativität und Genuss in nie dagewesener Weise“, würdigt ihn die Jury des ECKART 2015 und er verbindet sie mit der Vision: „Essen hat das Potenzial, Menschen auf eine höhere Ebene zu bringen.“

Preisträger 2014

 

INNOVATION
Shuzo Kishida: ***“Das Wichtigste beim Kochen ist die Ehrlichkeit.

 

 

Shuzo Kishida ist ein sanfter Revolutionär. Er lernte er in hoch renommierten französischen Restaurants in Japan, um seine Laufbahn ab dem Jahr 2000 in Frankreich fortzusetzen. Sein Weg führte ihn dort zu mehreren absoluten Spitzenköchen. Ab 2003 arbeitete er im berühmten „L’Astrance“ in Paris, wo er schon ein Jahr später zum Sous-Chef aufrückte. 2005 kehrte Kishida nach Tokio zurück, wo er seit 2006 im Restaurant Quintessence wirkt und 2008 als seinerzeit jüngster Sternekoch weltweit mit drei Michelin-Sternen ausgezeichnet wurde.

Auf den ersten Blick erscheinen seine Kreationen vertraut wie sein Credo:

– Respekt vor dem Lebensmittel

– Exakte Verfolgung der Garprozesse

– höchste Genauigkeit beim Würzen.

Beim Essen entfaltet sich dann die revolutionäre Kraft seiner Kunst. Kishida schafft kulinarische Harmonie mit geradezu poetischem Ausdruck, indem er die Reinheit der japanischen Küche mit der Finesse der französischen verbindet und so besten Lebensmitteln zu perfekter Geltung verhilft. Das Resultat ist die gegenwärtig innovativste Fusion zweier traditionsreicher Koch-Kulturen, die „Quintessenz“ ihrer kulinarischen Ideen und Philosophien.

Das Thema Harmonie wird in Kishidas Restaurant Quintessence mit der Weinbegleitung sogar noch um ein Element erweitert. Die Weinkultur Europas genießt in Japan großes Ansehen, führt aber ein Parallelleben zur traditionell orientierten Hochküche. Kishida gelingt es mit seiner Kochkunst auch, Wein und seine große Historie in einem völlig neuen Kontext auf höchstmöglichem Niveau zu würdigen.

GROSSE KOCH-KUNST
Heinz Reitbauer der Ältere: „Alles zu seiner Zeit. Nicht alles zu jeder Zeit."
Heinz Reitbauer der Jüngere: „Ich will die Welt positiv verändern.“

 

 

Heinz Reitbauer ist ein Radikaler im positiven Sinn. Er war radikal in seinen Ansprüchen, als er 1970 ein kleines Ecklokal übernahm und zunächst zu einem gutbürgerlichen Gasthaus, dann zu einem Restaurant von Weltrang machte. Mit größtmöglichem Einsatz von Leidenschaft und Ressourcen. Das eingenommene Geld der ersten Jahre nutzten Reitbauer und seine Frau Margarethe für kulinarische Bildungsreisen nach Frankreich, auch Mitarbeiter wurden regelmäßig ins Land der Vorbilder geschickt. Die Mühen zahlten sich aus – das Haus wurde 1992 als bestes Restaurant Österreichs bewertet.

Doch seine steirischen Wurzeln hat Heinz Reitbauer dabei nie vergessen und eröffnete zusätzlich 1996 am Pogusch, einem abgelegenen Alpenpass in der Obersteiermark, das Steirereck am Pogusch. Das Wirtshaus entwickelte sich in kürzester Zeit zu einem Zentrum unverfälschten Genusses und beeinflusst bis heute die Gastronomie in der ganzen Steiermark und darüber hinaus. Es gilt derzeit als bestes Almwirtshaus der Welt. Radikal regional, aber mit klarem Blick über den Tellerrand. Auf die massiven Tische kommt hier das Beste aus der Umgebung: selbst geschlachtetes Almkalb von Kopf bis Fuß, Wild, Süßwasserfisch – einfach, natürlich und schlüssig zubereitet; serviert mit ebenso bodenständiger wie herzlich-aufmerksamer Gastlichkeit.

2005 übersiedelte das Restaurant Steirereck in die ehemalige Meierei (Molkerei) im Wiener Stadtpark und Heinz Reitbauer junior, der bis dahin am Pogusch gekocht hatte, übernahm die Position des Küchenchefs. Heinz Reitbauer senior und Margarethe führen seither das Wirtshaus in der Steiermark.Heinz Reitbauer ist in Wien geboren und in der Welt zu Hause. Er lernte zunächst im elterlichen Betrieb, später bei Alain Chapel (Mionnay), einem der Wegbereiter der „Nouvelle Cuisine“, bei Anton Mosimann (London) und bei Joël Robuchon (Paris). Seit dem Frühjahr 2005 ist Küchenchef des Restaurants Steirereck. Hier im Wiener Stadtpark fährt er gastronomisch ein zweigleisiges Konzept: Im Erdgeschoss, in der „Meierei im Stadtpark“ bietet er eine unkomplizierte Bistro- Küche mit hohem Anspruch an die verwendeten Lebensmittel. Viel dreht sich in der Meierei (Molkerei) um das Thema Milch – mehr als eine Hommage an die frühere Funktion des Hauses, sondern eine Verbeugung vor der großen Tradition der Milchwirtschaft des ganzen Alpenraums und darüber hinaus.

Im ersten Stock zelebriert Heinz Reitbauer seine große Kochkunst. Diese lebt von der Wertschätzung der Produkte und dem respektvollem Umgang. Beste Lebensmittel und höchste Kochkunst kombiniert er zu einer der modernsten Küchen der gastronomischen Welt. Heinz Reitbauer ist einer der engagiertesten Vertreter einer neuen Generation von Spitzenköchen, die sich mit ihrer Arbeit gesellschaftlicher Verantwortung stellen. Als er das Steirereck übernahm, standen fünf Sorten Seefisch und ein Süßwasserfisch auf der Karte, heute verhält es sich umgekehrt. 

Für Reitbauers Arbeit sind authentische Produkte und Vielfalt Voraussetzung. Diese sieht er durch globale Tendenzen zur Vereinheitlichung massiv bedroht und engagiert sich für Biodiversität.. Für Reitbauer bedeuten Regulierungen wie die Saatgutverordnung der EU eine bedrohliche Reduzierung von Vielfalt: „Wir werden beraubt“, analysiert er ebenso klar wie knapp die Situation. Geradezu demütig ordnet er seine Arbeit in einen Gesamtkontext ein, wenn er sagt: „Nicht die Spitzengastronomie ist der Maßstab für die gastronomische Qualität eines Landes. Sondern die Produkte und die Wirtshäuser, die sie verarbeiten“.

 

LEBENSKULTUR
Mick Hucknall: „Food is life.“

 

 

Mit seiner Soulmusik als Frontmann von Simply Red hat Mick Hucknall, Jahrgang 1960, die Herzen seiner Fans berührt. Er ist ein großer Musiker, dazu ein Mensch, der Lebenskultur nicht nur schätzt und lebt, sondern sich auch in unterschiedlichen Projekten für Qualität und Nachhaltigkeit engagiert. In Manchester in einfachen Verhältnissen aufgewachsen, unterstützt er seit vielen Jahren die SOS-Kinderdörfer. Neben seiner Karriere eröffnete Hucknall 1998 gemeinsam mit den Schauspielern Johnny Depp, Sean Penn und John Malkovich in Paris das Man Ray – ein nach dem surrealistischen Multi-Künstler Man Ray benanntes Barrestaurant. Weitere Filialen folgten in New York und London.

Seit dem Jahr 2000 baut er am Ätna Wein an. Sein Weingut „Il Cantante“ („Der Sänger“) konzentriert sich auf lokale, traditionelle Rebsorten und seine Weine sind international anerkannt. Hucknall über sein Engagement: „Es ist der Versuch, Gemeinschaften zu stärken und das Ansehen bestimmter Regionen zu verbessern, damit sie wirtschaftlich interessanter werden und die Geschäftsleute dort hinkommen.“ In Sizilien ist ihm das zweifellos gelungen, denn Wein vom Ätna erlebt derzeit ein anhaltendes Hoch.

Auch am anderen Ende Europas ist Hucknall aktiv: Auf einem großen Anwesen, das am Fluss Finn im Norden der Republik Irland liegt, setzt er sich für den Erhalt der wilden Lachse ein, die im Oberlauf des Flusses laichen. Hucknalls Credo: „Es geht mir darum, der Gesellschaft etwas zurückzugeben. Es gibt so viele Menschen auf der Welt, die Hilfe brauchen, um einen Schritt weiter zu kommen. Ich helfe dabei, indem ich dafür Sorge trage, dass Dinge wachsen.“

KREATIVE VERANTWORTUNG UND GENUSS 
Jon Rose: „It’s all about access.“

 

 

Wasser wurde für Jon Rose schon als Kind zu seinem Element. In Laguna Beach (Kalifornien) aufgewachsen, schlug er mit 17 Jahren eine Karriere als Profi-Surfer ein und wurde zum Superstar auf den Wellenkämmen. 13 Jahre lang bereiste er als Sportler die Welt. Er liebte den Nervenkitzel und war stets auf der Suche nach der perfekten Welle.

Das Surfen führte ihn in weit entfernte Länder an entlegene Küsten. Schon damals fiel ihm auf: Diese Regionen haben eines gemeinsam, kein sauberes Wasser zum Trinken und zum Kochen. Für das Thema Trinkwasser war Rose schon durch seinen Vater Jack sensibilisiert worden: der Schreiner hatte für Afrika Auffangvorrichtungen für Regenwasser konstruiert.

„Sauberes Wasser für jeden, der es braucht“ – diese Mission von Jon Rose ist so einfach wie überzeugend. Nachdem er 2009 Augenzeuge der katastrophalen Not nach dem Erdbeben von Padang (Indonesien) wurde, widmet er sich mit aller Kraft dieser Idee. Jon Rose beschreibt die Situation: „Das Hauptproblem in der zerstörten Stadt war der Mangel an sauberem Wasser. Es gab nicht mal welches zum Reinigen von Wunden.

So kam es zur Gründung von „waves4water“.“ Der kreative Ansatz: Im Unterschied zu vielen Projekten entwickelte „waves4water“ kein eigenes Reinigungssystem, sondern verwendet einfache, günstige Filter, die in jedes Reisegepäck passen und so leicht verteilt werden können. „Die Idee ist nicht, eine Person 100 Filter in Gebiete transportieren zu lassen, in denen sauberes Wasser benötigt wird“, erklärt Rose, „sondern hunderte von Reisenden je zehn Filter verteilen zu lassen.“ ein modernes soziales Netzwerk mit inzwischen tausenden von Unterstützern, die kreative Verantwortung leben. So konnte mit dieser „humanitären Guerilla-Taktik“ (Rose) bereits vielen Opfern von Erdbeben und Tsunamis in Haiti, Japan, Pakistan und Brasilien sowie von Hurrikan Sandy schnell und nachhaltig geholfen werden.

Preisträger 2013

   

GROSSE KOCH-KUNST
Joël Robuchon. Der „König der Köche“ 

 

Einer der berühmtesten Köche der Welt, der Franzose Joël Robuchon, erhält den ECKART 2013 für Große Kochkunst. Paris, London, Tokio, New York, Macau, Las Vegas, Hongkong, Monaco: Das sind die aktuellen Wirkungsstätten von Joël Robuchon. Man müsste ihn – neben dem Prädikat „Koch des Jahrhunderts“, das Gault-Millau ihm 1990 verlieh – auch „Koch der Welt“ nennen. 

 

 

   

INNOVATION
Kevin Fehling.*** Eine neue kulinarische Epoche

 

Kevin Fehling erhält den ECKART 2013 für Innovation. Er möchte seine Gäste im Restaurant „La Belle Epoque“ im Travemünder Hotel Columbia mit seiner Art zu kochen überraschen und ihnen bisher nicht gekannte Geschmackserlebnisse bereiten. „Eine weltoffene Küche, sehr kreativ umgesetzt mit absoluter Perfektion“: So beschreibt Kevin Fehling, der mit 35 Jahren jüngster Dreisterne-Koch Deutschlands wurde, sein Konzept selbst.

 

 

   

LEBENSKULUTUR
Martina Gedeck: Eine Schauspielerin, die für Ursprünglichkeit, Lebensnähe und Sinnlichkeit steht

 

Und wenn es nur „Bella Martha“ wäre: Allein mit dieser Rolle einer Küchenchefin, die das Leben und die Liebe erlernen muss, hat Martina Gedeck mehr für die Entfaltung einer Lebenskultur getan als andere Schauspieler in einer ganzen Karriere. Dieser Film von Sandra Nettelbeck ist schon zwölf Jahre alt und war damals ein Überraschungserfolg. 

 

 

   

KREATIVE VERANTWORTUNG UND GENUSS
Alex Atala,***Wegbereiter der südamerikanischen Spitzengastronomie

 

Alex Atala passt in keines der gängigen Klischees über Spitzenköche. In seiner Jugend arbeitete er als DJ in einem Underground-Club seiner brasilianischen Heimatstadt Sao Paulo, mit 19 Jahren begann er eine Ausbildung an der Hotelfachschule im belgischen Namur, 1999 eröffnete er sein ambitioniertes Restaurant D.O.M. in Sao Paulo. Jetzt erhält der Brasilianer den ECKART 2013 für kreative Verantwortung und Genuss dotiert von der BMW Group. 

Preisträger 2012

   

INNOVATION
Andoni Luis Aduriz, **Mugaritz, San Sebastián

 

Andoni Luis Aduriz gilt als einer der besten Köche der Avantgarde. In beeindruckender Weise macht er sich die Errungenschaften der modernen Technik für seine Küche zunutze. Berühmt ist er für seinen sensiblen Umgang vor allem mit Kräutern und Gemüse.

 

   

GROSSE KOCH-KUNST
Shalom Kadosh, Jerusalem

 

Shalom Kadosh wirkt mit großer Leidenschaft in Israel, das zu den Ländern mit der wahrscheinlich vielfältigsten Küche zählt, die Einflüsse aus 70 Kulturen zusammenführt. Sein Traum: Mit gutem Essen Frieden schaffen.

 

 

   

LEBENSKULTUR
Peter Kubelka, Wien

 

Peter Kubelka, der österreichische Experimentalfilmer und Künstler, ist der erste, der das Kochen explizit an einer Kunsthochschule als Kunst gelehrt hat. Für ihn ist Kochen die älteste bildende Kunst überhaupt.

Preisträger 2011

Der Internationale Eckart Witzigmann Preis wird in Partnerschaft mit der Gastronomischen Akademie Deutschlands (GAD) vergeben. Die Preisträger in 2011 setzen die Reihe der herausragenden Preisträger der letzten acht Jahre fort, wie Ferran Adrià, Marc Haeberlin, Thomas Keller, Frédy Girardet, Harald Wohlfahrt , Dieter Müller, Anne-Sophie Pic, Hiroyuki Hiramatsu, Alice Waters, Juan Mari und Elena Arzak, Vincent Klink, sowie HRH Prinz Charles of Wales, Carlo Petrini, Günter Grass, Dieter Kosslick und die Künstler Daniel Spoerri, Tomi Ungerer und Dieter Krieg.

 

   

LEBENSWERK
Nadia und Antonio Santini, ***Dal Pescatore, Canneto sull’Oglio

 

Nadia und Antonio Santini haben mit ihrer Familie das „Dal Pescatore“, das sie mit viel Herz und Bewusstsein für regionale Produkte führen, zu einer Institution in Italien, ja in Europa gemacht. Das von den Großeltern als schlichter Gasthof nahe Mantua in der Lombardei eröffnete Gourmet -Landhaus ist geradezu zu einer Pilgerstätte für Feinschmecker aus der ganzen Welt geworden. Es gilt als bodenständiger Hort der Tradition auf höchstmöglichem Niveau. Nadias großzügige Küche und Antonios Grandezza als Gastgeber sind legendär.

 

 

   

GROSSE KOCH-KUNST
Daniel Boulud,***Daniel, New York City

 

In Lyon geboren, zelebriert Daniel Boulud seit über 30 Jahren am Brennpunkt New York eine Grande Cuisine mit saisonalen Akzenten. In all den Jahren hat seine Kochkunst nie an Neugier und Kreativität eingebüßt. Das ist die Grundlage dafür, dass er mit seinen mittlerweile zehn über den Globus verteilten Restaurants herausragende Erfolge feiern kann.

 

 

   

LEBENSKULTUR UND NACHHALTIGKEIT
Claus Peter Lumpp,***Bareiss, Mitteltal

 

Claus Peter Lumpp konnte schon kochen, bevor er lesen und schreiben lernte. Seine Oma wusste: Claus Peter wird einmal Koch. Nach Stationen in den besten Häusern Europas übernahm Claus Peter Lumpp 1992 die Aufgabe des Küchenchefs im Hotel Bareiss in Baiersbronn, dem „Dorf der Sterne“ im Schwarzwald. Dort entwickelte Claus Peter Lumpp eine große Küche, die lokale Identität und internationale Klasse in vorbildlicher Weise vereint. Indem er aus tiefer Überzeugung regionale Produkte und saisonale Angebote schätzt und einsetzt, gründet er seinen großen Erfolg mit auf ökologisch nachhaltiges Wirken am Herd. Claus Peter Lumpp wurde so zu einem bedeutenden Botschafter für die Lebenskultur.

 

   

GASTGEBERKULTUR
Manfred Friedel, München

 

Über ein halbes Jahrhundert lang arbeitete, besser wirkte, Manfred Friedel im Münchner Hotel Königshof. Als Page fing er in dem renommierten Haus an, 1972 wurde er Leiter des Restaurants und so zu dessen Gesicht. Ein Mann von Welt, bei dem die Welt zu Gast war. Manfred Friedel hat sein Leben in den Dienst der Gastlichkeit gestellt.

Wer sonst als er pflegte Große Gastgeberkultur! 

 

   

NACHWUCHS 
Tohru Nakamura, * München

 

Tohru Nakamura hat sich schon als sechsjähriger Bub für die Kochkünste sowohl seiner deutschen Mutter als auch seines japanischen Vaters interessiert. Nach dem Abitur in München hat Tohru Nakamura seine Kochlehre begonnen und sie als bester Jungkoch Deutschlands abgeschlossen. Danach ging es im Eiltempo weiter nach oben und nach Norden: Heute arbeitet der 27-Jährige als Souschef bei Sergio Herman im „Oud Sluis“ in den Nie- derlanden. Die so wichtige Lebensphilosophie der Japaner, beim Essen sehr großen Wert auf die Qualität der Produkte zu legen, hat Tohru Nakamura ganz offensichtlich verinnerlicht. Für ihn sind jene Gerichte die besten, bei denen das Grundprodukt klar erkennbar ist.

 

   

KULTURTHEMA ESSEN IN LITERATUR; WISSENSCHAFT UND MEDIEN
Johann Willsberger, Hergiswil

 

Johann Willsberger ist eine Legende in der Welt der Koch-Kunst. Mit seinem Magazin „Gourmet“, als schönste kulinarische Zeitschrift der Welt einst hoch gelobt, hat Johann Willsberger eine ganze kulinarische Epoche am Ende des letzten Jahrhunderts geprägt und zugleich dokumentiert. Mit seiner unverwechselbaren Ästhetik hat der Wahlschweizer höchste Maßstäbe gesetzt und so der Ess-Kultur den ihr gebührenden Rang in der Kunst zugesprochen.

 

 

   

EHRENPREIS
Fritz Eichbauer, **Tantris, München

 

Fritz Eichbauer ist vielfach ausgezeichnet und höchst geehrt für seine großen Verdienste als Bauunternehmer und er bleibt als Ehrenpräsident zeitlebens dem Deutschen Baugewerbe eng verbunden. Für die Erbauung des „Tantris“ vor genau 40 Jahren aber ist Fritz Eichbauer noch nicht genügend gewürdigt worden. Wem sonst als ihm hat München und die Welt diese Wirkungsstätte großer Kochkunst zu verdanken. 

 

   

EHRENPREIS
Heinz Winkler, **Residenz, Aschau

 

Heinz Winkler in Südtirol geboren, war der jüngste Koch, der die drei Sterne des Guide Michelin verliehen bekommen hat. Er war damals gerade einmal 31 Jahre alt und, als Nachfolger von Eckart Witzigmann, 1978 bis 1991 Chef im Restaurant „Tantris“ in München. Heinz Winkler hat nicht nur selbst eine internationale Ausbildung genossen, er war auch unermüdlich an renommierten Kochschulen in Spanien, Italien, in den USA, in Japan oder in Thailand tätig. Heinz Winkler, von seinen Kollegen hoch geachtet, hat zum weltweiten hervorragenden Ruf der Großen Kochkunst in Deutschland maßgeblich beigetragen.

 

   

EHRENPREIS
Hans Haas,**Tantris, München

 

Der Name „Tantris“ bedeutet ‚Suche nach Vollkommenheit‘. Für begeisterte Gäste aus aller Welt ist diese Genuss-Institution in München längst in dieser harmonischen Vollkommenheit angekommen. Seit 20 Jahren ist Hans Haas als Nachfolger von Eckart Witzigmann und Heinz Winkler Chef de cuisine im „Tantris, das eine Talentschmiede für Spitzenköche ist. Künstler ist Hans Haas nicht nur in der Küche, sondern auch als Bildhauer. So verbindet er sichtbar: Koch – Kunst – Kultur.

Preisträger 2010

Der Internationale Eckart Witzigmann Preis wird verliehen in Partnerschaft mit dem Land Baden-Württemberg und der Tourismus Marketing GmbH Baden-Württemberg, die das Thema Genießerland in besonders engagierter und erfolgreicher Weise vermitteln. Die Preisträger in 2010 setzen die Reihe der herausragenden Preisträger der letzten fünf Jahre fort, wie u.a. Ferran Adrià, Marc Haeberlin, Thomas Keller, Frédy Girardet, Harald Wohlfahrt und Hiroyuki Hiramatsu, sowie Carlo Petrini, Günter Grass, Dieter Kosslick und Daniel Spoerri.

 

   

INNOVATION-PRIX D'EXCEPTION
HRH Prince Charles of Wales, Highgrove, Wales

 

Seine Königliche Hoheit, Charles Prince of Wales, erhält den Internationalen Eckart Witzigmann Preis 2010 für seine herausragenden Verdienste um eine nachhaltige Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion. Er selbst praktiziert auf seinen Gütern ökologische Landwirtschaft und ist ein Verfechter der biologischen Vielfalt und des Schutzes der natürlichen Ressourcen.Er hat durch seine Schirmherrschaft der Idee von Terra Madre, dem weltweiten Netzwerk von Bauern, Lebensmittelhandwerkern und Gastronomen zum Durchbruch verholfen.Es gibt keine gute Küche ohne gute, saubere und gerecht bezahlte Produkte,und daher sind Prinz Charles auch die Köche in aller Welt zu großem Dank verpflichtet. 

 

  

GROSSE KOCH-KUNST
Juan Mari Arzak und seine Tochter Elena, *** Arzak,
San Sebastián

 

Juan Mari Arzak und seine Tochter Elena betreiben gemeinsam das 1897 gegründete Restaurant Arzak im baskischen San Sebastian. „Mit meinem Vater bilde ich seit vielen Jahren ein Tandem“, sagt Elena. „Wir kreieren eine Autorenküche: Baskisch, mit Neuem, Evolution und Avantgarde, ohne regionale Traditionen zu vernachlässigen.“ Seit 1989 werden die beiden kontinuierlich mit drei Michelin-Sternen ausgezeichnet.

 

   

VERDIENSTE-KULTURTHEMA ESSEN IN LITERATUR, WISSENSCHAFT UND MEDIEN
Vincent Klink, *Wielandshöhe, Stuttgart

 

Vincent Klink verbindet in herausragender und zugleich wunderbarer Weise das Handwerk des Kochens mit dem Hand- und Mundwerk des Schreibens, des Musizierens und der Fernseh-Unterhaltung. Er unterstreicht so eindrucksvoll die Botschaft, dass Kochen eine Kunst ist, ja zu den schönsten Künsten gehört und dazu hin auch noch satt macht. So wirkt der Sternekoch mit seinen Schreibkünsten – gepfeffert und manchmal auch nach gesalzen – überaus liebenswert in der Welt der Kulinaristik. 

 

   

LEBENSWERK
Cesare Giaccone, Albaretto della Torre

 

Cesare Giaccone hat sich weniger an der Jagd nach Sternen und Hauben beteiligt, ist aber umso mehr Vorbild für viele große Köche der Welt. Sie alle sind zu ihm nach Alberetto della Torre hoch oben über den Weinbergen des Barolo gepilgert. „Cesare Giaccone ist ein außergewöhnlicher Mann mit einer einzigartigen kulinarischen Vision. Seine Gerichte sind komplex aber gleichzeitig einfach. Ihr Geschmack ist unvergesslich. Bei ihm zu essen ist eine euphorische Erfahrung“, sagt Thomas Keller, Amerikas Koch Nummer eins und selbst Träger des Internationalen Eckart Witzigmann Preises 2006. 

 

   

VERDIENSTE-KULTURTHEMA "ESSEN" IN DER KUNST
Dieter Krieg (posthum)

 

In seinen großformatigen Gemälden hat Dieter Krieg oft banale Dinge zum Bildgegenstand gemacht: Salatköpfe, Blumenkohl, Fleischstücke, Spiegeleier, Fritten. Dieter Krieg (1937 -2005) zählte zu den renommiertesten deutschen Malern der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Er hat dem Essbaren einen gebührenden Rang in der Kunst eingeräumt. Das ist nicht allein eine malerische Leistung.

Preisträger 2009

Ministerpräsident Günther H. Oettinger würdigte die Verdienste der diesjährigen Preisträger. „Jeder der Preisträger sorgt auf seinem Gebiet dafür, dass aus einem allgemeinen Grundbedürfnis zur Ernährung eine Form der Kultur, der Kommunikation, der Gastfreundlichkeit wird.“ Für das Genießerland Baden-Württemberg spiele hohe Qualität in Keller und Küche eine Schlüsselrolle für einen lebens- und liebenswerten Standort. „Wir freuen uns daher, dass der angesehene kulinarische Preis hier verliehen wird, und die Spitzenposition Baden-Württembergs in der Spitzengastronomie in Deutschland und Europa unterstreicht“, sagte Ministerpräsident Günther H. Oettinger.

Der Internationale Eckart Witzigmann Preis wird verliehen in Partnerschaft mit dem Land Baden-Württemberg und der Tourismus Marketing GmbH Baden-Württemberg, die das Thema Genießerland in besonders engagierter und erfolgreicher Weise vermitteln. Die Preisträger in 2009 setzen die Reihe der herausragenden Preisträger der letzten fünf Jahre fort, wie u.a. Ferran Adrià, Marc Haeberlin, Thomas Keller, Frédy Girardet, Harald Wohlfahrt und Hiroyuki Hiramatsu, sowie Carlo Petrini, Günter Grass, Dieter Kosslick und Daniel Spoerri.

 

   

GROSSE KOCH-KUNST
Anne-Sophie Pic, ***Pic, Valence

 

Madame Anne-Sophie Pic hat nach dem Tod ihres Vaters das Restaurant Valence übernommen, das traditionell zu den allersten Adressen Frankreichs gehört. Es gelang Anne-Sophie Pic als erste Frau -und dies als Quereinsteigern- in der dritten Generation der folge den dritten Stern vom Guide Michelin zu erhalten. Was ist Ihr Geheimnis? Sie kocht wie keine andere.

 

   

VERDIENSTE-KULTURTHEMA ESSEN IN LITERATUR, WISSENSCHAFT UND MEDIEN
Tomi Ungerer, Straßburg

 

Tomi Ungerer, Elsässer und überzeugter Europäer, Wanderer zwischen den Welten, ein einzigartiges Multitalent, ist einer der brillantesten Zeichner der Welt. Und mit seinen über 40 000 Zeichnungen auch einer der produktivsten Künstler unserer Zeit. Toni Ungerer hat wie kein anderer die Kraft der Kochkunst erkannt, geschätzt, beschrieben, gezeichnet und so gerade den Kindern eine überaus wichtige Botschaft vermittelt. Toni Ungerer belegt- in vielen seiner über 150 Bücher- so unzierlich wie eindrücklich, dass Liebe eben doch durch den Magen geht. Und er weiß auch: Humor ist das beste Rezept.

 

   

INNOVATION
Alice Waters, Chez Panisse, Berkeley

 

Ms. Alice Waters kocht schon seit den frühen 70er Jahren in ihrem kalifornischen Gourmet-Restaurant „Chez Panisse“, einem der besten in den USA, nach französischen Rezepten frisch, saisonal, biologisch und mit Produkten, die sie von Bauern in der näheren Umgebung erwirbt. Mit ihrer Initiative „Essbare Schulgärten“ mit Gemüsegärten an Schulen hat sie der Gemeinschaftsverpflegung nachhaltige Impulse gegeben. Ihre „Köstliche Revolution“ hat die Starköchin auch nach Washington getragen, wo sie jetzt am Weißen Haus im Auftrag des Präsidenten einen Gemüsegarten anlegt. Alice Waters zweite Leidenschaft gehört der Welt des Films. So vertauschte sie Anfang des Jahres den Platz am Kochtopf und im Garten mit einem Sitz in der Jury der 59. Internationalen Filmfestspiele Berlin. 

 

   

LEBENSWERK
Dieter Müller, *** Schloss Lerbach, Bergisch Gladbach

 

Dieter Müller, in Baden geboren und im Schwarzwald aufgewachsen, hat in seinem Arbeitsleben meisterhaft deutlich gemacht, dass sein Kochen nicht Kunsthandwerk ist, sondern Kunst in der wunderbaren Welt der Kulinaristik. Dieter Müller wurde zu einem der besten Köche der Welt und er repräsentiert die deutsche Spitzen-Küche in der ganzen Welt. Mit seinem Gourmet-Restaurant im Schlosshotel Lenbach in Bergisch Gladbach stand Dieter Müller, hoch geachtet von seinen Kollegen, über 16 Jahre lang nach allen offiziellen Bewertungen mit an der Spitze der deutschen Küche. Und er hat in seinem Leben Arbeiten verwirklicht, was sein Credo wurde: “ Ein Koch muss ein glücklicher Mensch sein, weil ein unglücklicher Mensch kein guter Koch sein kann.“

Preisträger 2007

Witzigmann Preisverleihung 2007 am 7. 1. 2008 im Mercedes-Benz Museum Stuttgart. Alle Preisträger des Internationalen Eckart Witzigmann Preises 2007 haben eines gemeinsam: Ihr Schaffen geht weit über das hinaus, was als handwerklich bezeichnet werden kann, andererseits beherrschen sie ihr jeweiliges Handwerk perfekt, haben aber auf Basis dieses Handwerks jeweils einzigartige Aspekte setzen können und damit Kunst in den unterschiedlichsten Ausprägungen geschaffen. Sie setzten die Reihe der prominenten Preisträger der Vergangenheit fort, wie u.a. Ferran Adrià, Marc Haeberlin, Thomas Keller und Günter Grass.

 

   

GROSSE KOCH-KUNST
Harald Wohlfahrt, ***Schwarzwaldstube, Tonbach

 

Harald Wohlfahrt steht seit mehr als zehn Jahren nach offiziellen Bewertungen an der Spitze der deutschen Küche. In Partnerschaft mit Heiner Finkbeiner hat er in der „Schwarzwaldstube“des Hotels Traube in Tonbach seit 1980 seine hohen Qualitätsansprüche realisieren können und darf seit 1992 drei Michelinsterne führen. Zahlreiche Spitzenköche wurden von ihm ausgebildet, mit Christian Bau ist bereits einer seiner Schüler zu Drei-Sterne-Ehren gekommen. So kann man Harald Wohlfahrt heute nicht nur als Referenz der Spitzenküche in Deutschland ansehen, sondern auch als aktiven Ausbilder einer neuen Generation von Spitzenköchen.

 

   

VERDIENSTE-KULTURTHEMA ESSEN IN LITERATUR, WISSENSCHAFT UND MEDIEN
Daniel Spoerri, Hardersdorf am Kamp

 

Daniel Spoerri hat wie kaum ein anderer Künstler sein leben konsequent als Kunstwerk gestaltet-als Tänzer, Schauspieler, Regisseur, Schriftsteller, Objektkünstler, Koch und Gastrosoph. Wie kein anderer hat er den sinnlichen Bogen gespannt von der Kunst zur Kulinarik. Daniel Spoerri hat das kreative Arbeiten der Künstler mit dem ebenso schöpferischen Wirken der Köche am herd in einzigartiger Weise verbunden. Mit seiner Eat Art hat Daniel Spoerri eine selbständige Kunstrichtung kreiert. Er betrieb in Düsseldorf das Restaurant Spoerri und hat so unmittelbare Verbindung zwischen Kochen und Kunst gelebt und in seinen künstlerisch gestalteten Kochbüchern und noch mehr mit seinen einzigartigen Assemblagen festgehalten.

 

   

INNOVATION, NACHWUCHSGASTRONOM UND NACHWUCHSFÖRDERUNG
Jonnie Boer, ***De Librije, Zwolle

 

Jonnie Boer hat seinem Heimatland Holland zu kulinarischem Wohlklang verholfen. 193 erhält er für seine Kochkunst im Restaurant „De Librije“ (Die Bibliothek) in Zwolle, wo er schon als Lehrling gearbeitet hatte, den ersten, 19999 den zweiten und 2004 den dritten Stern. Gault & Millau zeichnet ihn mit 19,5 von 20 möglichen Punkten aus. Als ein Botschafter des Geschmacks ist Jonnie Boer weit über die Grenzen seines Heimatlandes hinaus anerkannt und angesehen.

 

   

LEBENSWERK
Hiroyuki Hiramatsu, **Tokio – *Paris

 

Hiroyuki Hiramatsu repräsentiert die Verbindung zwischen Frankreich und Asien. In jungen Jahren nutzte er seine Ausbildung in Frankreich, um diese Küche nicht nur zu lernen, sondern sie in ihren traditionellen Zusammenhängen zu verstehen. Zurück aus Frankreich eröffnete er im April 1982 sein erstes Restaurant in Japan. Die von ihm gegründete Hiramatsu-Gruppe betreibt heute mit knapp 400 Mitarbeitern ein wahres Restaurantimperium, bestehend aus 18 Restaurants, die alle in ihrer Unterschiedlichkeit als exzellente Botschafter der französischen Küche in Japan angesehen werden können.

Preisträger 2006

 

  

GROSSE KOCH-KUNST
Thomas Keller, *** Per Se, New York City; *** French Laundry, Napa Valley

 

Geboren im Süden Kaliforniens, begann seine Liebe zur Kochkunst, als er im Restaurant seiner Mutter arbeitete. Seine Leidenschaft für das Kochen führte Thomas Keller 1983 nach Frankreich, wo er in den Küchen von Guy Savoy, Michael Pasquet, Gerard Besson, Taillevent, Le Toit de Passey, Chiberta und Le Pré Catelan den Grundstein legte für seine kulinarische Weltkarriere.Zurück in New York im Jahr 1984, gewann er hohe Aufmerksamkeit in „La Reserve“ und im Restaurant „Raphael“, bevor er 1986 sein erstes eigenes Restaurant „Rakel“ eröffnete. Mit dem Ziel, ein Französisches Drei-Sterne-Restaurant „auf dem Land“ zu führen, kaufte Thomas Keller „The French Laundry“ 1994 im Herzen von Napa Valley. Sein Restaurant in New York per se ist als bestes Restaurant in den USA bewertet. Heute ist Thomas Keller weltberühmt für seine Innovationskraft und seine völlige Hingabe zur Großen Kochkunst. Sein Kochbuch „The French Laundry“ wurde mit vielen Preisen ausgezeichnet, auch als Kochbuch des Jahres.  

 

   

VERDIENSTE-KULTURTHEMA ESSEN IN LITERATUR, WISSENSCHAFT UND MEDIEN
Dieter Kosslick, Berlin

 

Geboren in Pforzheim. Kosslick studierte an der Münchner Universität Kommunikationswissenschaften, Politik und Pädagogik. 1979 ging er nach Hamburg, um dort als Persönlicher Referent, Redenschreiber und Büroleiter des Presseservice 9. Oktober 2006 Ersten Bürgermeisters Hans-Ulrich Klose und später als Pressesprecher der Leitstelle für die „Gleichstellung der Frau“ zu arbeiten.

1983 begann er seine Tätigkeit in der Filmförderung, zunächst als Geschäftsführer der kulturellen Filmförderung Hamburg (Hamburger Filmbüro). 1986 gründete er dort das Europäische Low Budget Forum mit dem „Kino auf der Alster“. 1988 wurde er Geschäftsführer der wirtschaftlichen Filmförderung der Hansestadt (Film Fonds Hamburg). 1992 holten das Land Nordrhein-Westfalen und der WDR Dieter Kosslick an den Rhein, um dort als Geschäftsführer die Leitung der gerade ein Jahr alten Filmstiftung NRW zu übernehmen. Im Jahr 2000 wurde Dieter Kosslick vom Land Berlin und der Bundesregierung berufen, die Leitung der Internationalen Filmfestspiele Berlin („Berlinale“) zu übernehmen.

Am 1. Mai 2001 hat er seine neue Aufgabe als Berlinale-Direktor aufgenommen. 2006 stellte er das Nachwuchs-Begleitprogramm „TalentCampus“ unter das Motto „Hunger, food and taste“. Hunderte junger Filmemachern wurden auf diese Weise angeregt, Videos zum Thema Ernährung zu produzieren. Kosslick ist Mitglied von Slow Food und kooperiert mit dem Filmfestival „Slowfood on film“, das von Carlo Petrini, dem Witzigmann Preisträger von 2004, begründet wurde. 

 

   

INNOVATION, NACHWUCHSGASTRONOMIN UND NACHWUCHSFÖRDERUNG
Cornelia Poletto, *Cornelia Poletto, Hamburg

 

Geboren in Hamburg. Ihre Ausbildung erhielt sie von 1992 bis 1995 beim Drei-Sterne-Koch Heinz Winkler in Aschau. Seit 2000 ist sie Küchenchefin und zusammen mit Ehemann Remigio Inhaberin des Hamburger Restaurants „Poletto“. Seit 2001 erhält Cornelia Poletto für ihre Kochkunst regelmäßig einen Stern im Guide Michelin. Der Gault & Millau bewertet sie seit 2004 mit 16 Punkten, und in der Ausgabe 2005/06 des „Feinschmecker“, der das „Poletto“ 2003 zu den zehn besten „ausländischen Restaurants in Deutschland“ rechnet, erhält sie drei „F“s.

 

   

LEBENSWERK
Frédy Girardet,*** Féchy (Lausanne)

 

Geboren in Lausanne. Dass er zu den ganz großen seiner Zunft zählt, lässt sich schon 1975 erkennen, als ihm die Tester von Gault & Millau, wenige Jahre nachdem er das väterliche „Restaurant de l’Hôtel de Ville“ in Crissier übernommen hat, die höchste Auszeichnung, den „Clé d’Or“ verleihen.

Unter seiner Leitung gelangt das Restaurant zur Weltspitze: Die International Herald Tribune nennt es die „Nummer 1 unter den Feinschmeckerrestaurants der ganzen Welt“. Girardet wird Ritter der Ehrenlegion, sein Name wird in das Larousse-Lexikon eingetragen.

1989 schließlich erhält er die höchsten Weihen: Er wird zum „Koch des 20. Jahrhunderts“ ernannt. Joël Robuchon schwärmt über ihn, Girardet unterwerfe sich keiner Mode, denn er sei ohnehin jedem Trend voraus. Girardet nicht zu kennen ist gleich Mediziner zu sein ohne zu wissen, wer Hippokrates war.

Preisträger 2005


   

GROSSE KOCH-KUNST
Ferran Adrià, ***El Bulli, Roses

 

Ferran Adrià gehört zu den meistdiskutierten europäischen Köchen der Gegenwart. Er wurde 2 in Santa Eulália, Provinz Barcelona, geboren. Hobby: Fußball. Er startete eine Ausbildung in der Verwaltung, um Betriebswirtschaft zu studieren, brach die Ausbildung und jobbte als Tellerwäscher im kleinen Hotel Playafels. Während des Militärdienstes wirkte er als Küchenchef der Kantine. Danach arbeitete er als Koch in renommierten Restaurants in Spanien und Frankreich, schließlich als Küchenchef im Restaurant „el Bulli“ an der Costa Brava, nördlich von Barcelona. Monatelang experimentiert Ferran Adrià an neuen Geschmackskombinationen in seiner Küche, die er „Labor“ nennt. Bis heute hat Ferran Adrià zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter drei Michelinsterne.

 

   

VERDIENSTE-KULTURTHEMA ESSEN IN LITERATUR, WISSENSCHAFT UND MEDIEN
Günter Grass, Lübeck

 

Günter Grass ist der einzige deutschsprachige Schriftsteller der Gegenwart, der das Kulturthema Essen kontinuierlich in zahlreichen Texten und Zeichnungen immer wieder zu einem bevorzugten Gegenstand seiner künstlerischen Arbeit gemacht hat.Von „Die Blechtrommel“ über „Der Butt“ bis hin zu Gedichten wie „Im Ei“ oder „Die Schweinekopfsülze“ und zahlreichen Radierungen hat Grass im Sinne der Akademie die anthropologische, kommunikative und symbolische Bedeutung des Essens sowohl im Aufbau der Kultur(en) als auch in der Verständigung zwischen den Menschen und im Leben des Einzelnen ansichtig gemacht.

Ebenso spielen im Gesamtwerk von Günter Grass die Handlungsfiguren des Kochs und insbesondere der Köchin ganz im Sinne der Akademie als Kulturstifter eine herausragende Rolle.

Unermüdlich hat Grass auch die Voraussetzung aller Kulinaristik, den Sieg über den Hunger in der Welt, thematisiert. In seiner Dankesrede auf die Verleihung des Nobelpreises (Fortsetzung folgt) fasst er die andauernde Relevanz dieses Bedingungsaspekts aller Kulinaristik zusammen: „Dieses Thema ist uns geblieben… Davon wird in Zukunft zu erzählen sein“.

In seinem Antwortschreiben vom 2. Mai 2005 auf die Einladung zur Annahme des Akademie-Preises schreibt Günter Grass an den Präsidenten der Akademie: „Ich beglückwünsche Sie zu der Idee, eine Akademie für Kulinaristik zu begründen“. Die Akademie ihrerseits beglückwünscht Günter Grass zu seiner überragenden Leistung und ist stolz darauf, ihn zu ihren Preisträgern zählen zu dürfen.

 

   

INNOVATION, NACHWUCHSGASTRONOM UND NACHWUCHSFÖRDERUNG
Roland Trettl, Ikarus, Hangar-7, Salzburg

 

Roland Trettl, geb. in Bozen, Italien, erhielt seine Ausbildung im Parkhotel Holzner in Bozen, später unter anderem in den Restaurants „Aubergine“, (***Michelin-Sterne) und „Tantris (**Michelin-Sterne) in München. In der Folge wirkte Roland Trettl als Küchenchef im Restaurant „Ca’s Puers“ auf Mallorca und als Trainer im Restaurant „Marine Terrace“ in Tokio (Japan). Ab Mai 2003 ist Roland Trettl Küchenchef im Restaurant „Ikarus“  „Hangar-7“, Salzburg

Preisträger 2004

Mit dem Eckart Witzigmann Preis 2004 wurden am 16. November 2004 im Neuen Schloss in Stuttgart ausgezeichet:

 

   

GROSSE KOCH-KUNST
Marc Haeberlin, *** Auberge de l’Ill, Illhaeusern

 

Selten waren im Marmorsaal des Neuen Schlosses in Stuttgart so viele Spitzenköche zu Gast. Grund: In Deutschland gibt es endlich einen Preis für die ganz große Kochkunst. Der Sternekoch Marc Haeberlin wurde mit dem „Eckart Witzigmann Preis“ ausgezeichnet. Der Starkoch aus dem Elsass betreibt in Illhäusern seit Jahren das Drei-Sterne Restaurant „L’Auberge de l’Ill“ auf allerhöchstem Niveau und war bei der feierlichen Preisverleihung tief gerührt: Marc Haeberlin: „Ich bin sehr beeindruckt und sehr geehrt. Wir sind sehr eng verbunden mit Baden-Württemberg schon immer. Die ersten gastronomischen Essen, wo ich mich erinnere, waren bei Franz Keller in Oberbergen oder immer wenn wir ausgingen mit meinem Vater war’s immer nach Baden-Württemberg.“ Die Jury, bestehend aus Mitgliedern der Akademie für Kulinaristik, entschied sich einstimmig für den 50-jährigen Spitzenkoch, den auch eine tiefe persönliche Freundschaft mit dem Namenspatron des Preises, Eckart Witzigmann verbindet. „Jahrhundertkoch“ Witzigmann lernte vor etlichen Jahren in der Auberge von Paul Haeberlin.

Vater Paul und ist deshalb umso glücklicher über die Entscheidung der Jury: Eckart Witzigmann: Marc Haeberlin ist natürlich kann man sagen auf dem besten Wege. Er ist mittlerweile auch in Frankreich ein Begriff und ich meine die „Auberge de l'Ill“ in ihrer Art ist einzigartig. Ist einfach ein El Dorado, eine großartige Küche, Gastfreundschaft und weil dementsprechend der Gast mit Herz behandelt wird.

 

   

WISSENSCHAFT UND MEDIEN
Carlo Petrini, Bra

 

Als Preisträger für die Kategorie Wissenschaft und Medien wurde Carlo Petrini, der Gründer und Präsident von Slow Food und auch Initiator der Universita di Scienze Gastronomiche in Pollenzo ausgewählt. Alois Wierlacher, Vorsitzender der Deutschen Deutschen Akademie für Kulinaristik, gab bekannt, dass die Akademie und die neue italienische Universita di Scienze Gastronomiche einen Partnerschaftsvertrag unterschrieben haben. Wierlacher: „Ich habe die Ehre und die große Freude, den einstimmigen Beschluss des Vorstands offiziell bekannt geben zu dürfen: der internationale Eckart Witzigmann Preis der Deutschen Akademie für Kulinaristik geht an den Gründer der Slow Food-Bewegung und der erwähnten Universität, Herrn Carlo Petrini.“ 

 

   

NACHWUCHSGASTRONOMEN UND NACHWUCHSFÖRDERUNG
Prof. Karl Heinz Hänssler, DHBW Ravensburg

 

Prof. Karl Heinz Hänssler, Rektor der dualen Hochschule am Campus Ravensburg setzt seit vielen Jahren Maßstäbe für Tourismus, Hotelerie und Gastronomie im akademischen Bereich und fördert somit den Branchennachwuchs auf hohem Niveau.